Stimme trainieren - Alle Möglichkeiten auf einen Blick

Du kennst ja meine Einstellung zur Relevanz der eigenen Stimme?! Eine gesunde und ausdrucksstarke Stimme ist einfach unverzichtbar. Die Frage ist also längst nicht mehr, ob wir unsere Stimme verändern wollen, sondern wie wir unsere Stimme trainieren können. Dieser Artikel soll dir deshalb einen Überblick verschaffen über so ziemlich jede Möglichkeit, deine Stimme zu trainieren. Dazu solltest du erstmal folgendes erfahren:

Wie funktioniert die Stimme?

Ob wir nun sprechen oder singen, es hängt mehr oder weniger der ganze Körper an der Stimmproduktion. Am wichtigsten sind aber ohne Frage die Atmung (also vor allem Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur) und natürlich der Kehlkopf selbst. Im Zusammenspiel sind Atmung und Kehlkopf in der Lage verschiedene Töne zu produzieren. Zum Sprechen und Singen gehört aber noch einiges mehr. Zunge, Lippen, Mund- und Nasenraum brauchen wir für Artikulation und Verstärkung des Klangs. Um dem ganzen dann noch einen wohlklingenden Resonanzraum zur Verfügung zu stellen, kann tatsächlich der ganze Körper mit einbezogen werden. Die Stimme funktioniert also sehr ganzheitlich und es ist wichtig, dass jedem einzelnen Teil Beachtung geschenkt wird, um am Ende ein optimales Zusammenspiel der beteiligten Faktoren zu erreichen.

Warum es sich lohnt, die Stimme zu trainieren:

Klar, eine gesunde und klangvolle Stimme möchte jeder haben. Bevor man jedoch das „Problem Stimme“ in seinem Leben angeht, stehen oft noch viele andere Dinge auf der To-Do-Liste und die Stimme gerät in Vergessenheit. Es loht sich aber aus mindestens drei Gründen, dieses Thema endlich in den Fokus zu nehmen:

1. Persönlichkeit.

Deine Stimme ist ein wichtiger Teil deiner Persönlichkeit. Und zwar der Teil, den jeder hört! Kennst du den Spruch: „Geht ins Ohr, bleibt im Kopf.“? Mit deiner Stimme machst du dich zu etwas besonderem und das, was du zu sagen hast unvergesslich. Wer seine Stimme gekonnt einsetzt, beeinflusst damit seine Zuhörer. Vergiss nicht: Deine Stimme gibt es nur einmal auf der Welt und dieser einzigartige Klang kann etwas zurück lassen. Was immer du sprachlich ausdrücken möchtest, tue es mit deiner Stimme! Einen Text kann jeder schreiben, mit deiner Stimme kannst aber nur du sprechen. Emotionen, Gefühle, Persönlichkeit und Erfahrungen werden mit deiner Stimme transportiert. Sorge dafür dass sie im Gedächtnis bleiben.

2. Priorität

Was ist wichtiger als die Stimme? Das Selbstbewusstsein? Achtsamkeit? Selbstverwiklichung? Erfolg? Und wenn ich dir jetzt sage, dass das alles Themen sind, die direkt mit der Stimme in Zusammenhang stehen? Mit der Stimme kann man (ich finde aus eigener Erfahrung sogar, dass es eine der besten Möglichkeiten ist) das Selbstbewusstsein aufbauen und stärken. Ebenso wird sich in Zusammenhang von einem Stimmtraining auch deine Wahrnehmung sehr verbessern. Fast jede Stimmübung steigert deine Achtsamkeit und dein Wohlbefinden. Anhand eines Stimmtrainings kannst du besonders gut Selbstwirksamkeit trainieren und in den meisten Jobs führt eine gute Stimme heutzutage mit zum Erfolg. Ich kann es nicht anders sagen, aber das Thema Stimme ist ständig mit dabei und sollte gerade deshalb nicht vergessen werden.

3. Prävention

Ermüdet deine Stimme schnell und erholt sich dann wieder? Nicht jeder hat eine belastbare Stimme. Bevor ein Problem richtig groß wird und wir direkt betroffen sind, wollen wir oft nichts ändern. Erst wenn wir Rückenschmerzen haben, machen wir endlich eine Physiotherapie und erst wenn im eigenen Trinkwasser das Microplastik angekommen ist, nehmen wir den Leinenbeutel mit zum Einkaufen. Ich will hier jetzt auch nicht politisch werden, aber es geht um ein bestimmtes Prinzip. Beim Zahnarzt heißt dieses Prinzip Prophylaxe und in anderen Kontexten spricht man von Prävention. Es geht darum, dass wir es gar nicht erst soweit kommen lassen und auch schon Anzeichen sowie Erfahrungswerte nutzen, um unnötigen Folgen vorzubeugen. Wer schon mal eine Kehlkopfentzündung hatte, weiß wie anstrengend es ist, wenn die Stimme nicht gesund ist. Daher lohnt es sich, die Stimme gut zu pflegen.

Die besten Möglichkeiten, wenn du deine Stimme trainieren und entwickeln möchtest:

Was ein gutes Stimmtraining angeht, sind die Wünsche sehr verschieden. Die einen wollen klingen, wie ein Moderator, die anderen wollen eigentlich eher ihre Rhetorik verbessern und die nächsten möchten singen lernen. Die meisten Menschen wünschen sich aber eine gesunde und wohlklingende Stimme, auf die sie sich sowohl im Beruf, als auch im sozialen Umfeld verlassen können. Ich möchte dir deshalb jetzt die besten Möglichkeiten aufzeigen, mit denen du in verschiedenen Bereichen deine Stimme trainieren kannst.

Sprechtraining:

Erstmal ist es wichtig zu wissen, wofür man seine Stimme überhaupt trainiert. Geht es nämlich um die Sprechstimme, sind andere Schwerpunkte wichtig, als für die Singstimme. Zum Sprechtraining gehören neben dem reinen Stimmtraining auch Artikulationstraining, damit man jeden einzelnen Laut klar und deutlich aussprechen kann. Zusätzlich wird im Zusammenhang mit Sprechtraining auch oft an Gestik, Mimik, sprachlichem Ausdruck und Ausstrahlung gearbeitet. Hier gibt es einige Überschneidungen zur Rhetorik. Meistens brauchen Sprecher oder Redner Möglichkeiten über Betonungen, Artikulation, Lautstärke, Pausen und Tonhöhe klare Akzente zu setzten, die das Gesagte untermauern. Ebenfalls maßgeblich sind Themen wie Stimmgesundheit, Belastbarkeit und Stimmpflege.

Stimmtraining:

Bei Stimmtraining der Singstimme spricht man auch von Stimmbildung oder Gesangstraining. Unsere Stimme setzten wir beim Sprechen aber eben auch beim Singen ein. Der Kehlkopf muss jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen. Interessant ist auch, dass eine gut ausgebildete Singstimme nicht unbedingt heißt, dass man auch professionell sprechen kann. Für die Singstimme sind die wichtigsten Themen Körperarbeit, Atemarbeit und Stimmarbeit. Es geht viel um Gestaltung und künstlerischen Ausdruck. Einen gut dosierbaren und langanhaltenden Atem brauchen wir aber natürlich auch beim Sprechen. Eine Kombination aus Sprech- und Stimmtraining kann also durchaus hilfreich sein, wenn du deine Stimme trainieren möchtest.

Rhetorik:

Auch bezeichnet als Redekunst geht es beim Thema Rhetorik viel mehr um Sprache als um Stimme. Ziel von Rhetorik ist es, den Hörer mit der eigenen Rede zu überzeugen. Das kann sowohl mit einer tatsächlichen Rede erzielt werden, als auch im Gespräch. Im Training der Rhetorik werden vor allem viele Techniken vermittelt. Ich habe für euch recherchiert und einige Bücher zusammengetragen. Das erste Buch, was ich empfehle, soll ein gutes Einsteigerwerk sein, wenn es um berufliche Vorträge und Reden geht: Die Macht der Rhetorik. Wer gleich noch ein paar Übungen mit dabei haben möchte, kann auch diesen Ratgeber bestellen: Rhetorik und Kommunikation – ein Lehr- und Übungsbuch oder folgendes: Rhetorik – Redetraining für jeden Anlass.
Ein Buch als Ratgeber finde ich selbst für das Thema Rhetorik einen guten Einstieg. Es gibt aber auch diverse Fortbildungen und Trainings, um die Redekunst zu erlernen. Am interessantesten klingt für mich folgendes Angebot von der deutschen Rednerschule. Es ist zwar sicher nicht das kostengünstige, aber der Grundgedanke hinter dem Konzept war mir persönlich sehr sympathisch.

Bücher:

Weitere Bücher zum Verständnis und zur Gesundheit von Atmung und Stimme sind: Stimme und Atmung  oder Prävention von Stimmstörungen

Lehrer:

Ganz wichtig beim Thema Stimmtraining ist natürlich der Lehrer. Von wem möchte ich lernen? Welche Person passt zu mir? Wer vermittelt mir die besten Tipps und Praktiken? Ich muss ganz klar sagen, beim Thema Stimme würde ich mich immer an eine/n Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in wenden. In diesem Verzeichnis findest du vielleicht jemanden in deiner Nähe. Ebenfalls eine gute Wahl sind oft ausgebildete Schauspieler oder Stimmlehrer, die einen ganzheitlichen und physiologischen Ansatz verfolgen.

Kurse:

Jetzt bleibt noch die Frage, wie du deine Stimme trainieren möchtest: als Einzeltraining mit einem Lehrer oder in einer Gruppe, beispielsweise in einem Seminar oder Stimmkurs. Meiner Meinung nach gibt es an der Stelle kein besser oder schlechter. Vielmehr lohnt es sich beide Trainingsmethoden zu kombinieren. In der Einzelsituation lernst du schnell und viel auf einmal. Die Gruppe oder der regelmäßige Kurs gibt dir die Möglichkeit, eine effektive Routine zu entwickeln und auch in den Austausch mit anderen Menschen zu kommen, die ähnliche Wege mit der eigenen Stimme gehen. Da ein Kursangebot von Stadt zu Stadt verschieden und auch nicht überall und jederzeit verfügbar ist, ist es am besten du informierst dich selbst für deine Region nach Angeboten.

Online:

Eine ganz neue Möglichkeit steht dir in Zeiten von Onlinevideokursen nun auch mit einem Stimmtraining online zur Verfügung. An dieser Stelle empfehle ich natürlich das Onlinetraining, das ich selbst entwickelt habe. (Das ANIMA-Stimmtraining) Wer vor allem eigenständig und von zu Hause aus üben möchte, findet hier ein geeignetes Model mit vielen praktischen Übungen und hilfreichen Tipps. Ob ein Onlinestimmtraining überhaupt etwas für dich ist, kannst du hier checken.

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Praxistraining:

Eine weitere sehr praxisorientierte und oft sogar kostenlose Alternative zu einem Stimmtraining ist der Beitritt in einen Chor oder in eine Theatergruppe. Der Vorteil ist, dass du sofort ins kalte Wasser gestupst wirst und deine Stimme automatisch trainierst. Vielleicht ist das Mitwirken in einem Chor oder einer Theatergruppe auch eine gute Ergänzung, wo du die Möglichkeit hast, dein persönliches Sprech-, Gesangs-, oder Stimmtraining praktisch und mit Freude anzuwenden und deine Stimme so zu entwickeln.

Eigenständig trainieren:

Egal ob du nun online, offline, im Einzel- oder Gruppentraining an deiner Stimme arbeitest, für einen nachhaltigen Erfolg solltest du auch eigenständig trainieren. Schreibe dir einen Übungsplan und lege einen Zeitpunkt für dein tägliches Training fest. Wie du effektiv mit einem Trainingsplan an deiner Stimme und deinem Selbstbewusstsein arbeiten kannst, erfährst du übrigens auch in meinem kostenlosen Webinar: 4 Schritte zu mehr Selbstbewusstsein für deine Stimme.

Ausbildung:

Die meisten Menschen denken bei Stimme trainieren vermutlich vor allem an ein einfaches Training. Je nachdem wie wichtig dieser Bereich für dein Leben ist, kann es sich aber lohnen wirklich über eine Ausbildung oder erstmal über eine Fortbildung nachzudenken. Es gibt verschiedene Studiengänge, meine Ausbildung kann ich auch nur wärmstens empfehlen und zwei weitere Methoden, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe sind die Lichtenberger Methode und das Linklater Stimmtraining.

Übung für sofort:

Du hast bis hier gelesen und möchtest sofort mit Stimmübungen loslegen? Lies meinen Artikel für effektive Stimmübungen als Start in den Tag oder finde hier eine kostenlose Stimmhygieneliste zum ausdrucken.

Am Ende musst du nur noch loslegen 🙂

Ich weiß, du hast jetzt eine Menge Möglichkeiten zur Auswahl und da fällt die Entscheidung manchmal schwer. Wichtig ist, dass du jetzt nicht wieder Monate ins Grübeln verfällst. Ich erwähne an dieser Stelle immer gerne die 3 Sekunden Regel. 3 Sekunden für deine Entscheidung: Was ist dein nächster Schritt? Immerhin hast du dir Zeit genommen, diesen langen Artikel zu lesen. Leg los! Egal wie! Ab jetzt heißt es: Stimme trainieren.

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