3 Stimmübungen, die deine Stimme aufwecken

Wenn du deine Stimme verändern möchtest, kannst du Stunden lang Hörbücher hören und so lange dein Gleichgewicht trainieren, bis du auf der Slackline schlafwandelst. Früher oder später kommst du aber nicht mehr drum herum: Wer anders klingen möchte, muss tatsächlich auch die Stimme einsetzten. Aber ich kann dich beruhigen, nach und nach machen Stimmübungen richtig Spaß. Sie können dich sogar aufwecken und dich wortwörtlich positiv für den Tag stimmen. Man sagt ja, singen und sprechen macht glücklich. Und das ist wahr.

Umgebungsbedingungen

Es kann sein, dass du dir etwas komisch oder sogar ein kleines bisschen verrückt vorkommst, wenn du die Stimmübungen durchführst. Es ist jedoch mindestens genauso natürlich, wie im Fitnessstudio bestimmte Muskelgruppen zu trainieren oder auf dem Sportplatz ein paar Runden für die Kondition zu drehen: Wir schaffen uns einen Ort, an dem wir ungestört Zeit in das angestrebte Wohlbefinden unserer Person stecken. Such dir also einen ungestörten Ort, an dem du dich weder beobachtet fühlst, noch durch Lärm unterbrochen wirst. Das ist wichtig!

Ein guter Start will gelungen sein

Die Stimme kannst du dir so vorstellen, wie den Motor eines alten Autos. Denn auch der braucht manchmal etwas länger, um zu starten, hat es im Winter besonders schwer und macht ungesunde Geräusche, wenn man sich nicht richtig um ihn kümmert. Von Autos habe ich weniger Ahnung. Da können dir andere Blogs sicher besser weiter helfen. Aber was ich mir gemerkt habe: „Kaltstart vermeiden!“ Und das gilt eben auch für die Stimme. Wenn du deine Stimme eher weniger brauchst oder kaum Zeit in Übungen hineinstecken kannst, ist die tägliche, in den Alltag integrierte Stimmhygiene eine gute Möglichkeit Stimmproblemen vorzubeugen. Wenn du darüber hinaus in deine Stimme investieren möchtest, weil der Klang deiner Stimme im Laufe des Tages von Bedeutung für dich ist, helfen dir die folgenden Übungen.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für die Stimmübungen?

In der Regel gilt, erst zwei Stunden nach dem Aufstehen solltest du deiner Stimme eine Belastung zumuten. Wenn du viel zu Sprechen hast, sei es am Telefon, vor anderen Menschen oder vor der Kamera, ist ein Stimmwarmup entscheidend. In diesen zwei Stunden deiner Stimmerwachung kannst du deine Stimme fit für den Tag machen. Einen Teil der Zeit kannst du dann ganz exklusiv für Stimmübungen nutzen. Hier meine drei ALL TIME STARS:

Übung Nr.1

Summe leicht und leise auf einem “m”. Wähle Töne, die dir angenehm erscheinen und kein Druckgefühl erzeugen. Summe nur so lange, wie es geht, ohne die Bauchmuskeln anzuspannen. Beachte die Atempause und atme unhörbar durch die Nase ein. Vor dem Spiegel dürfte das etwa folgendermaßen aussehen. Eine freundliche, ruhige Person steht dir gegenüber. Der Blick ist geradeaus gerichtet. Es ist kaum Bewegung zu erkennen. Lediglich Bauchraum und Brustkorbbereich dehnen sich während der Einatmung ein wenig aus und bewegen sich in der Ausatmung zurück in die Ausgangsposition. Dort entspannen sie sich bis zur nächsten Einatmung. Der Mund bleibt die ganze Zeit geschlossen

Ergänzende Bewegung: Klopfe mit den Fingerspitzen Gesicht und Oberkörper ab. Sei nicht zu zaghaft. Stell dir vor, du wärest dein persönlicher Masseur/in und sei richtig gut zu dir! Versuche die Stimme nicht festzuhalten, auch wenn es sich ungewohnt anhört. Konzentriere dich auf das angenehme Gefühl.

Übung Nr.2

Seufze einmal lang und ausgiebig. Nutze die ganze Bandbreite deiner Stimme von oben nach unten. Das selbe machst du jetzt im Wechsel auf den Lauten “l” wie in Schall und “n” wie in Ton. Die Atmung verhält sich wie in Übung Nr.1

Ergänzende Bewegung: Greife mit deiner Hand über den Kopf und lasse sie dann, im Zusammenklang mit deiner Stimme zu deinem Körper herunter gleiten, bis der Arm mit der Hand wieder entspannt an deiner Schulter hängt. Verfolge die Hand mit deinem Blick. Stelle dir vor, dass du etwas von oben herunter ziehst. Ist es ein roter Faden? Eine Spinnenwebe von der Decke? Oder doch lieber ein kleines Stück Wolkenwatte? Was es auch ist, stelle dir genau vor, wie du dieses Etwas geführt zu dir hinziehst. Je präziser dein Vorstellungsbild ist, desto schöner wird die Stimme klingen.

Übung Nr.3

Schreibe dir alle Fragewörter auf, die du kennst. Hier ein paar Beispiele: Wo, Wer, Wie, Wann, Warum,… Platziere dich in der Mitte eines Raumes und fixiere Gegenstände in unterschiedlichen Entfernungen und Richtungen. Dorthin schickst du deine Stimme. Schau zum Beispiel einen Stuhl an und frage: „Wie“. Sieh auf die Uhr und frage: „Wann“. Die Frage muss nicht zum Gegenstand passen. Vielleicht ergibt sich etwas Lustiges? Lasse dir viel Zeit für diese Wörter. Sie klingen im Raum nach und du hörst dir den Klang deiner Stimme an. Wenn du nicht so viel Platz zur Verfügung hast, kannst du dich auch immer dem selben Objekt zuwenden. Höre dem Klang deiner Stimme zu. Hört es sich nach einer echten Frage an? Kommt die Frage beim Objekt an? Gibt es verschiede Betonungsmöglichkeiten? Bleibst du beim Sprechen in deiner Mitte?

Ergänzende Bewegung: Zeige immer mit dem Finger auf das Objekt, welches du ansprichst. Nutze beide Hände im Wechsel. Wenn dir das noch nicht ausreicht, kannst du auch einen Schritt auf das angesprochene Objekt zu  machen.

 

Das sind drei Stimmübungen, die ich gerne empfehle und auch selber immer wieder anwende. Zu einem vollständigen Stimmtraining gehört jedoch auch die Vorbereitung von Körper und Atmung. Mehr dazu findest du hier und im ANIMA-Stimmtraining.

2 Kommentare
  1. Basti
    Basti sagte:

    Hey Johanna,
    die Übungstipps sind wirklich klasse. Sie sind einfach und man kann sofort starten. Du schreibst tolle Artikel und ich bin schon gespannt auf mehr 🙂

    Liebe Grüße Basti

    Antworten
    • Johanna
      Johanna sagte:

      Lieber Basti,

      vielen Dank für dein Kompliment 🙂 Es freut mich, dass dir die Übungen weiter geholfen haben. Welche Fragen interessieren dich besonders in Bezug auf das Thema Stimme?

      Liebe Grüße
      Johanna

      Antworten

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